ZKS-Abfall

Das elektronische Abfallnachweisverfahren - viele Beteiligte bei der Umsetzung eines Leuchtturmprojektes

Seit dem 01.04.2010 sind alle Nachweise für die Abfallwirtschaftsbeteiligten und die zuständigen Abfallbehörden vom Erzeuger, Transporteur und Entsorger elektronisch zu erstellen, zu signieren und zu versenden. Die KDO fungiert als Datendrehscheibe und betreibt – rund um die Uhr - die hochausfallsichere Serverlandschaft.

Die Einführung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV) ist ein „Leuchtturmprojekt“ des Bundes zur Innovation der Verwaltungsstrukturen in Deutschland und wurde in den Umsetzungsplan 2007 „E-Government 2.0 – Das Programm des Bundes“ aufgenommen. Die Bekanntheit in der Öffentlichkeit ist bislang außerhalb von Fachkreisen sehr gering.


Worum geht es?
Die Dokumentation von Transporten gefährlicher Abfälle, vom Abfallerzeuger bis zum Entsorger, hat in der Vergangenheit für weiteren Müll gesorgt: Annähernd 100 t Papier wurden jedes Jahr beim Ausstellen von Entsorgungsnachweisen und Begleitscheinen verbraucht. Mit Umsetzung der eANV erfolgt dieser Prozess seit April 2010 papierlos und mit Hilfe von modernsten Kerntechnologien, wie Signaturkarten, virtuellen Poststellen und einem Beweissicherungsarchiv auf Basis von „ArchiSig“. Diese Technologien an einer zentralen Stelle zusammengeführt, ermöglichen die bundesweite Überwachung der Abfallentsorgung durch die zuständigen Stellen über die ZKS-Abfall (Zentrale Koordinierungsstelle Abfall).

Unscheinbarer, aber ganz wesentlicher Beitrag in diesem Ablauf ist die Standardisierung der Nachrichtenschnittstelle basierend auf XML, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Das gilt insbesondere für die Vielzahl der Anbieter und Hersteller abfallwirtschaftlicher Datenverarbeitungssysteme. Für den Transport der Nachrichten innerhalb der ZKS-Abfall sorgt eine Virtuelle Poststelle.


Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Das Gesamtkonzept wurde vom BMU in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erarbeitet. Die Aufsicht über die XML-Schnittstelle hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).

Treibende Kraft hinter all dieser Arbeit ist jedoch die Länderarbeitsgruppe Abfall-DV-Systeme (LAG GADSYS). Deren Geschäftsstelle, die Informationskoordinierende Stelle Abfall-DV-Systeme (kurz IKA) ist bei der GOES mbH angesiedelt, war die Auftraggeberin für die technische Umsetzung durch die IBM Deutschland GmbH und den Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO).

Die Virtuelle Poststelle, die den OSCI Nachrichtenaustausch zwischen den Beteiligten ermöglicht, wird durch die Software Governikus der bos GmbH und Co KG, Bremen abgebildet.


Betrieb einer hochausfallsicheren Serverlandschaft bei der KDO
Sehr hohe Anforderungen hinsichtlich der Qualität von Betrieb und technischem Service werden in diesem Projekt an die KDO gestellt. Ausfälle des Systems bedeuten Stillstand bei der Sonderabfallentsorgung und sind inakzeptabel. Über zwei Rechenzentren verteilt sorgen deshalb modernste Server- und Netzwerktechnologien im Zusammenwirken mit solidem technischem Sachverstand für einen ausfallsicheren Dauerbetrieb, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der IKA/GOES mbH als Auftraggeberin, dem Softwareentwickler IBM Deutschland, der für die VPS zuständigen bos KG und der KDO führte das Projekt seit April 2010 in den produktiven Betrieb.


 
 
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